Dialektologie an Schweizer Universitäten

Das wissenschaftliche Studium der schweizerdeutschen Dialekte wird in der Schweiz an verschiedenen Hochschulen und weiteren Forschungsstellen betrieben.

Am Deutschen Seminar der Universität Zürich wird am Lehrstuhl von Prof. Dr. E. Glaser zur Dialektologie geforscht. Unter anderem entsteht dort seit dem Jahr 2000 der Syntaktische Atlas der schweizerdeutschen Dialekte. Weiter ist in Zusammenarbeit mit anderen Fachpersonen aus der Sprachwissenschaft der kleine Sprachatlas der deutschen Schweiz verfasst worden. Am Phonogrammarchiv der Universität Zürich beschäftigt man sich ebenfalls mit schweizerdeutschen Dialekten und hat unter anderem das Buch/CD-Projekt „Stimmen der Schweiz“ herausgegeben

Am Deutschen Seminar der Universität Basel wird im Bereich Deutsche Sprachwissenschaft ebenfalls Dialektologie betrieben. Entstanden sind dort unter anderem das Neue Baseldeutsch Wörterbuch (2010) und das Variantenwörterbuch (2004; Neuauflage in Bearb.).

Am Institut für Germanistik der Universität Bern existierte vormals eine Professur für Dialektologie und Volkskunde der deutschen Schweiz, diese wurde aber vor einigen Jahren abgeschafft. Mit Dialektologie beschäftigen sich noch einzelne MitarbeiterInnen in der Abteilung Deutsche Sprachwissenschaft sowie bei der Forschungsstelle für Namenkunde.

An der Universität Freiburg i. Üe. wird am Lehrstuhl von Prof. Dr. Helen Christen zur schweizerdeutschen Dialektologie geforscht. Ein Forschungsschwerpunkt an diesem Lehrstuhl ist das Nebeneinander von Dialekt und Hochdeutsch in der Schweiz.

Ein dialektologisches Grossprojekt ist das in Zürich beheimatete Schweizerische Idiotikon. Es dokumentiert die deutsche Sprache in der Schweiz vom Spätmittelalter bis ins 21. Jahrhundert. Träger des Instituts ist der «Verein für das Schweizerdeutsche Wörterbuch», Chefredaktor ist Hans-Peter Schifferle. Derzeit ist der Band 17 (von 17) in Arbeit.

Mit der Dialektologie eng verflochten sind zudem die verschiedenen namenkundlichen Projekte, vor allem die kantonalen Ortsnamenbücher (z.B. Basler, Solothurner, Thurgauer, Berner Namenbuch). Alles Wissenswerte zu den schweizerischen Ortsnamen mit Literatur und Links ist gesammelt unter der Adresse ortsnamen.ch

Text: L. Thöny, Jan. 2016