Kategorie «Neuerscheinungen»

Familiennamenatlas der Deutschschweiz

Der neue «Familiennamenatlas der Deutschschweiz» zeigt, was Familiennamen über Dialekte, frühere Berufe, Wohnorte und Wanderungsbewegungen verraten. Das dreibändige Werk entstand im Rahmen eines vom Schweizerischen Nationalfonds geförderten Forschungsprojekts an der Universität Bern unter der Leitung von Prof. Dr. Luise Kempf. Es untersucht Familiennamen erstmals umfassend sprachgeografisch und über mehrere Zeitstufen hinweg. Über 500 kommentierte Karten machen die regionale Vielfalt, die historische Entwicklung und die Spuren von Sprachkontakt und Migration sichtbar.

Die drei Bände sind Open Access unter dem folgenden Link verfügbar: https://elibrary.narr.digital/book/10.24053/9783381145126

«Füürio!» – Historischer Grossbrand wird zum Mundart-Thriller

Eines der prägendsten Ereignisse im Zürcher Oberland der frühen Neuzeit wird
hörbar. Mit «Füürio!» erscheint am 14. Juni ein 50-minütiger Mundart-Thriller
über den Grüninger Stedtlibrand von 1685. Basierend auf historischen Quellen
beleuchtet das Werk die dramatische Brandnacht aus der Sicht des
Nachtwächters Konrad Wiederkehr und verbindet historische Fakten mit
moderner Hörspiel-Dramaturgie.

Zum Hörspiel: https://linktr.ee/fuuerio

Zürcher Oberland, November 1685. Ein Diebstahl, ein böser Verdacht und eine Frist
bis Sonnenaufgang: Dem Grüninger Nachtwächter Koni Wiederkehr drohen in
wenigen Stunden Landgericht, Schande und Ruin. Doch statt Hilfe bekommt er ein
verlockendes Angebot, das ihn vor eine fatale Entscheidung stellt. Noch in derselben
Nacht liegt ein Drittel des Stedtlis in Asche.

Hinter «Füürio!» steht das Grüninger Trio Nicola Perot, Matthias Flöscher und Simon
Storz, welches das Projekt von der ersten Archivrecherche bis zur finalen
Audioproduktion vollumfänglich in Eigenregie realisiert hat. Um die Atmosphäre von
1685 authentisch einzufangen, wurde das Skript mit erfahrenen Sprecherinnen und
Sprechern vertont. Dabei treffen fiktive Elemente auf historisch belegte
Persönlichkeiten der damaligen Zeit.

«Der Stedtlibrand von 1685 war eine faszinierende Vorlage und ich begann daraus
eine Geschichte zu entwickeln», sagt Nicola Perot. Die Macher wollten jedoch mehr
als reine Chronik schaffen. Durch die Perspektive des Nachtwächters erhält das
Publikum einen intimen Einblick in die damalige Gesellschaft. «Wir wollten nicht nur
die Geschichte des Stedtlibrandes erzählen, sondern haben mit dem Nachtwächter
und wie er die Brandnacht erlebt, eine spannungsgeladene Geschichte kreiert»,
ergänzt Simon Storz.

Das Hörspiel ist ab dem Sonntag, 14. Juni auf Spotify, Apple Music und weiteren
Plattformen zum Streamen verfügbar. Auf Anfrage ist eine Vorabversion erhältlich.
Uraufgeführt wird das Hörspiel an einem Lancierungsevent an ebendiesem Sonntag,
um 16 Uhr im Schloss Grüningen.

Unterstützt wird das Hörspiel-Projekt von der Gemeinde Grüningen und der
Standortförderung Zürioberland.

Zu den Personen:

Nicola Perot (*1991) ist seit über 15 Jahren als professioneller Schauspieler in
nationalen sowie internationalen Filmproduktionen tätig. Für sein Schaffen wurde er
u. a. mit dem Schweizer Fernsehfilmpreis ausgezeichnet. Ab Herbst ist er zudem in
der Hauptrolle der neuen SRF-Serie «Blind» zu sehen. Perot war federführend in der
Ausarbeitung des Drehbuchs und lieh dem Nachtwächter Koni Wiederkehr seine
Stimme.

Matthias Flöscher (*1992) ist zugelassener Anwalt, der als Jurist beim
Kanton Glarus tätig ist. Dank seiner Erfahrung aus einer mittelalterlichen Grüninger
Theatergruppe führt er seit Jahren als Nachtwächter durch das Grüninger Stedtli.
Beim Hörspiel war er für die historische Recherche verantwortlich.

Simon Storz (*1991) blickt auf rund 15 Jahre Erfahrung im Nachrichten-
und Wissenschaftsjournalismus zurück. Bei Radio 1 und Radio SRF hat er zahlreiche
Reportagen realisiert, Interviews geführt und Sendungen moderiert. Der promovierte
Physiker hat die Aufnahmen geleitet und die Audioproduktion verantwortet.

«Gschichte vo Bäum» – Buchvernissage und Lesung

Claudia Brander präsentiert ein neues Buch mit 100 Geschichten aus der Sammlung von Elisabeth Pfluger. Mit diesem Werk wird ein weiterer Teil der Sammlung von Elisabeth Pfluger der Öffentlichkeit zugänglich gemacht – ein wertvoller Beitrag zum Erhalt der Solothurner Mundartkultur.

Buchvernissage und kleine Lesung:
Di 23. September 2025, 18:30 Uhr
Im Altwyberhüsli in Solothurn.
Mundartliteraturarchiv
Untere Steingrubenstrasse 39
4500 Solothurn

Einladung (PDF)

 

Glarner Mundartwörterbuch erschienen

Frisch ab Presse: Das neue Glarner Mundartwörterbuch ist da! Entdecken Sie unter rund 12’000 Stichwörtern bekannte, seltene, fast vergessene und überraschende Ausdrücke der Glarner Mundart. Mit einer Einleitung zum Glarner Dialekt Redewendungen, Personennamen und einem hochdeutschen Register.

Das Buch erscheint als Band 17 in unserer Buchreihe „Grammatiken und Wörterbücher des Schweizerdeutschen in allgemeinverständlicher Darstellung“.

Es ist erhältlich im Buchhandel oder direkt beim Verlag: https://baeschlinverlag.lesestoff.ch/…/ISBN-9783855464135/

Schweizerdeutsches Gebrauchs-Wörterbuch für die Ostschweiz

Welche schweizerdeutschen Wörter müssen zugezogene Deutsche kennen, um sich im Alltag in der Ostschweiz zurechtzufinden?

Mit dieser Frage hat sich Christoph Schwarze, emeritierter Professor der Universität Konstanz, auseinandergesetzt. Als Resultat seiner Beschäftigung mit dem Thema ist im Jahr 2020 ein Schweizerdeutsches Gebrauchs-Wörterbuch für die Ostschweiz erschienen. Das Büchlein lässt sich auf der Webseite der Universität Konstanz gratis herunterladen (Schweizerdeutsches Gebrauchs-Wörterbuch für die Ostschweiz). Es dürfte für eingewanderte, sprachinteressierte Deutsche auch in anderen Regionen der Deutschschweiz von Interesse sein.

Zusammenfassung:

Es handelt sich um ein kleines kontrastives Wörterbuch. Den Kern der Schrift bildet eine alphabetische Liste von in der Ostschweiz gebräuchlichen Wörtern, die Deutschsprachigen ohne Schweizer oder alemannischen Hintergrund nicht vertraut sind. Es wird jeweils eine deutsche Übersetzung angegeben, ggfs. werden Bemerkungen zu Gebrauch und Redewendungen angefügt. Eine Einleitung erläutert die Konzeption des Wörterbuchs, und zwei Anhänge schließen es ab. Der erste beschreibt und begründet die gewählte Transkription des Schweizerdeutschen; im zweiten sind systematische Entsprechungen von Schweizerdeutschen und Standarddeutschen Lauten dargestellt.

 

SCHWARZE, Christoph, 2020. Schweizerdeutsches Gebrauchs-Wörterbuch für die Ostschweiz. Tägerwilen: Selbstverlag. 16 Seiten.

Mundartliteratur aus Nordamerika

Schon mehrfach erreichten uns in letzter Zeit Nachrichten von in Nordamerika wohnhaften Personen mit Wurzeln in der Schweiz. Manche von Ihnen verfassen selber Texte in Mundart mit Erinnerungen an ihre Kindheit in der Schweiz.

An dieser Stelle sei hingeweisen auf das im Sommer 2020 neu erschienene Buch „Bärner Mundart us Kanada: Gschichte und Gedanke us mym Läbe…“ von Ursula Thierwächter.

Hierzu heisst es auf der Verlagswebseite, wo das Buch auch bestellt werden kann:

Dieses Buch ist in Schweizer (Bärner) Mundart geschrieben. Es sind Erzählungen und Geschichten aus der nicht ganz einfachen Kinder- und Jugendzeit der Autorin. Gleichzeitig schreibt und vergleicht sie aktuelle Themen mit dem heutigen Leben in Kanada.

Ein zweites Buch der Autorin mit dem Titel „Tiergschichte si Härzgschichte“ erschien 2022.

Weitere Auslands-Mundartliteraten finden Sie verzeichnet in unserem ausführlichen Verzeichnis von Mundartliteratur-AutorInnen.

Neuerscheinungen Mundartliteratur im Frühling 2020

Vor kurzem sind folgende zwei Titel neu erschienen, auf die wir hier gerne hinweisen:

 

Schobinger, Viktor: «Der Ääschmen und di toot im gaarte». Züri-Krimi 32. Schobinger-Verlaag. Weitere Infos.

Der Ääschme wììrt us eme «kürsli» usegholt, wil men e tooti gfunde hät, en halbe meeter tüüff under em bode, näbet ere wila. De psit­zer wäiss vo nüüt – oder säit s ämel. Er wäiss ä nüüt vo den antiike mööbel, won i sinere wila laagered. Näbet dère wila hät s en anderi wila, won em psitzer siin beschte fründ wont. Wäiss dèè mee und wott ä nüüt säge? Der Ääschme trifft en alte bekante wider, der «admiraal», en ex-iibrächer, won em nöd cha hälffe, und er trifft siis gottechind.

 

Eggenberger, Peter: «D Hebamm vo Walzehuuse. Appezeller Gschichte ond Gedicht». Appenzeller Verlag.

Mit seinem elften Kurzgeschichtenbuch streift Peter Eggenberger erneut vergnüglich durchs Appenzellerland. Verblüffende Zwischenfälle und schier unglaubliche Begebenheiten, aber auch rekordverdächtige Tatsachen lassen staunen, schmunzeln und lachen. Begebenheiten, in deren Mittelpunkt originelle, teils weitbekannte Leute stehen, wie der dänische Prinz Aage, der im Weissbad Kurferien verbringt; köstliche Episoden rund um die «Hochschule» auf dem St.Anton; die Walzenhauser Hebamme, die mit einem Magnetopathen die Geburtswehen einer Schwangeren an den Vater delegiert.

Immer wieder kommt die Schlagfertigkeit der Appenzellerinnen und Appenzeller zum Zuge. In weiteren Geschichten wie etwa «E Frau us em Internet» und «Moderni Komunikaziostechnik» hingegen wird naiv agiert. Gereimte Texte wie «S Aalter» und «Üsers Bähnli» gehören ebenso zum Inhalt wie der vergessene Liedtext «Appezeller Rundschau», der von Reute bis Schönengrund jeder Gemeinde die Reverenz erweist.

35 Kurzgeschichten entführen in die Welt des Appenzellerlandes: Verblüffendes und Unglaubliches lässt staunen.

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