Willkommen beim mundartforum

Willkommen beim mundartforum!

Das mundartforum ist eine Webplattform für alles, was mit den schweizerdeutschen Dialekten zu tun hat. Es bietet allen interessierten Personen – egal, ob sie sich nun in wissenschaftlichem oder künstlerischem Kontext mit Dialekten beschäftigen oder einfach sonst Freude am Dialekt haben – eine Plattform zur Vernetzung, zum Austausch und zur Zusammenarbeit.

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zum Verein mundartforum (ehemals: Verein Schweizerdeutsch), zu seinen Publikationen und Aktivitäten, eine Agenda mit Veranstaltungshinweisen, Informationen zur Sprachstelle des Vereins und ausserdem zahlreiche Verzeichnisse, Links und weitere Inhalte zum Thema Mundart.

Zur Webplattform kann jede und jeder selbst etwas beitragen: Wir nehmen sehr gerne Veranstaltungshinweise, Ergänzungen zu den Linklisten und Verzeichnissen sowie sonstige Verbesserungsvorschläge entgegen.

Wir wünschen viel Spass beim Stöbern!

Längwiligi Zitte

Folgendes Mundart-Gedicht von Lina Wisler-Beck entstand 1920, als in der Schweiz die Spanische Grippe grassierte. Dem einen oder der anderen mag das Gedicht auch in der heutigen Situation aus dem Herzen sprechen.

(Lina Wisler-Beck, 22. Juni 1920)

Niene isch Chilbi u niene isch Tanz
deheime ums Hus um versuret me ganz.
I ha mer scho mängisch der Chopf fasch verheit
was ächt no wär z’mache, dass Zyt umegeit.

Wär gwanet isch z’gumpe und z’tanze, o je
däm düe halt die Süche-Verordnige weh.
E jede muess säge, churzwiligs isch’s nit
No bsunders für ledigi, lustigi Lüt.

Grad äbe der Sunndig wird eim eso läng
s’Furtgoh isch verbote, u nämlech no sträng,
Gsiech eim deno öpper, o weisch de häts gfählt
do müesst me schwär buesse – u-ni ha kes Gäld!

Drum blieb i doheime. I schicke mi dry
u hoffe dä Jammer gang öppe verby.
I bi ja nid einzig, s’trifft anderi o,
s’isch ume es gwane, – Mi zahmet de scho!

Stand am 4. Mundartfestival in Arosa

Der Infostand des Mundartforums mit Präsentation der Webplattform, Jugendsprache-Memory und – gemäss dem diesjährigen Dialektschwerpunkt – dem Züritüütsch-Quiz stiess auf reges Interesse am 4. Mundartfestival 2020 in Arosa (1.–4. Oktober). Trotz Corona-Zeit bewies der neue Besucherrekord (darum oft ausverkauft!), dass das vielseitige Festival einem Bedürfnis entspricht. Höhepunkte waren u.a. das Sina-Konzert am Samstagabend, die tiefsinnigen Auftritte von Amina Abdelkadir und der Schlussanlass mit Pedro Lenz und Max Lässer.

Das 5. Mundartfestival 2021 in Arosa findet vom 7.–10. Oktober statt.

 

Das Mundartliteratur-Archiv ist nach Solothurn umgezogen

Das «mundartforum» (ehemals Verein Schweizerdeutsch) besitzt ein rund 1700 Titel umfassendes Mundartliteratur-Archiv. Dieses wurde jahrelang von zwei Mitgliedern der Gruppe Zürich, Jürg Bleiker und Thomas Ziegler, umsorgt und betreut. Sie nahmen Neuzugänge (viele Schenkungen) auf, katalogisierten sie und packten sie in Schachteln ab. Die Bücher lagerten in dieser Zeit im Luftschutzkeller des Oberstufenschulhauses in Elgg.

Am 20. September 2020 zog das Archiv an einen neuen Standort in Solothurn um und befindet sich seither wieder in der Obhut des «mundartforums». Für den Umzug haben sich die Vorstandsmitglieder Rolf Landolt, Lisa Dermond, Sandro Bachmann, Martina Heer und Luzius Thöny am 20. September in Elgg getroffen. Als Transportfahrzeuge standen zwei Autos und ein grosser Anhänger zur Verfügung. Das Einladen verlief speditiv und dank guter Packarbeit von Rolf Landolt passte das gesamte Archivmaterial in den Autoanhänger.

Als neuer Archivstandort dient ein Raum im historischen Altwyberhüsli in Solothurn, den wir zu diesem Zweck gemietet haben. Dank einer grosszügigen «Mitgift» der Gruppe Zürich, die neu «züritüütsch» heisst, ist die Miete des neuen Archivraums für mindestens die nächsten drei Jahre gesichert.

Nach der Ankunft in Solothurn gab es zunächst Spaghetti mit verschiedenen Saucen bei Anne-Regula Keller zuhause. Danach schritten wir zum Ausladen. Wir beförderten alle Archivmaterialien mit einer von Rolf Landolt geplanten und installierten Seilwindenkonstruktion direkt ins Obergeschoss des Altwyberhüslis. Dank tollem Einsatz aller Beteiligter standen schon bald alle Kisten am richtigen Ort!

Als nächsten beschäftigt sich der Vorstand mit der Frage, wie man die Bücherschätze am neuen Ort einem interessierten Publikum möglichst attraktiv präsentieren könnte. Im Verlauf des Jahres 2021 möchten wir zudem eine Einweihung / einen Tag der Offenen Tür am neuen Archiv-Standort machen.

Veranstaltungsreihe «Hunziker2020 – Uf dr Gass!»

Eine Veranstaltung im Zeichen der Aargauer Mundart


Seit Januar 2020 ist das Aargauer Wörterbuch von Jakob Hunziker aus dem Jahre 1877 digital zugänglich (www.hunziker2020.ch). Das Wörterbuch ist weit mehr als eine Auflistung von Wörtern: Eingestreute Sprüche, Redewendungen, Kurzgedichte und Kinderversli sind kleine Trouvaillen, die die Lebenswelt und Denkweise der damaligen Zeit dokumentieren.

Auch die Aargauer Bevölkerung ist eingeladen, das Werk mit fehlenden Wörtern, Bedeutungsvarianten und veränderten Aussprachen zu erweitern und zu ergänzen – es ins 21. Jahrhundert zu holen. Und seit Januar setzen sich die Projektleiter Matthias Friedli und Dieter Studer-Joho sowie zwölf Aargauer AutorInnen öffentlich mit dem Wörterbuch auseinander: Sei es aus sprachwissenschaftlicher Sicht auf Radio Argovia oder aus literarischer Sicht in der wöchentlichen Mundartserie in der Aargauer Zeitung.

Bevölkerung, Projektleitung und AutorInnen treffen im Herbst 2020 an fünf Tagen an fünf Stationen im Aargau aufeinander und bestreiten unter dem Titel «Hunziker2020 – Uf dr Gass!» einen abwechslungsreichen Mundart-Event mit Informationen und Müsterchen zum und aus dem Wörterbuchprojekt, mit Lesungen literarischer Mundartexte und vor allem mit Gesprächen über die eigene Mundart, das Mundartschaffen und die Mundart im 21. Jahrhundert.

Das Projekt Hunziker2020 wird finanziert durch den Swisslos-Fonds Aargau, die Neue Aargauer Bank und die Ernst Göhner Stiftung.

(Text: Projekt Hunziker2020)

Mundartliteratur aus Nordamerika

Schon mehrfach erreichten uns in letzter Zeit Nachrichten von in Nordamerika wohnhaften Personen mit Wurzeln in der Schweiz. Manche von Ihnen verfassen selber Texte in Mundart mit Erinnerungen an ihre Kindheit in der Schweiz.

An dieser Stelle sei hingeweisen auf das im Sommer 2020 neu erschienene Buch „Bärner Mundart us Kanada: Gschichte und Gedanke us mym Läbe…“ von Ursula Thierwächter.

Hierzu heisst es auf der Verlagswebseite, wo das Buch auch bestellt werden kann:

Dieses Buch ist in Schweizer (Bärner) Mundart geschrieben. Es sind Erzählungen und Geschichten aus der nicht ganz einfachen Kinder- und Jugendzeit der Autorin. Gleichzeitig schreibt und vergleicht sie aktuelle Themen mit dem heutigen Leben in Kanada.

Weitere Auslands-Mundartliteraten finden Sie verzeichnet in unserem ausführlichen Verzeichnis von Mundartliteratur-AutorInnen.

Neuerscheinungen Mundartliteratur im Frühling 2020

Vor kurzem sind folgende zwei Titel neu erschienen, auf die wir hier gerne hinweisen:

 

Schobinger, Viktor: «Der Ääschmen und di toot im gaarte». Züri-Krimi 32. Schobinger-Verlaag. Weitere Infos.

Der Ääschme wììrt us eme «kürsli» usegholt, wil men e tooti gfunde hät, en halbe meeter tüüff under em bode, näbet ere wila. De psit­zer wäiss vo nüüt – oder säit s ämel. Er wäiss ä nüüt vo den antiike mööbel, won i sinere wila laagered. Näbet dère wila hät s en anderi wila, won em psitzer siin beschte fründ wont. Wäiss dèè mee und wott ä nüüt säge? Der Ääschme trifft en alte bekante wider, der «admiraal», en ex-iibrächer, won em nöd cha hälffe, und er trifft siis gottechind.

 

Eggenberger, Peter: «D Hebamm vo Walzehuuse. Appezeller Gschichte ond Gedicht». Appenzeller Verlag. Weitere Infos

Mit seinem elften Kurzgeschichtenbuch streift Peter Eggenberger erneut vergnüglich durchs Appenzellerland. Verblüffende Zwischenfälle und schier unglaubliche Begebenheiten, aber auch rekordverdächtige Tatsachen lassen staunen, schmunzeln und lachen. Begebenheiten, in deren Mittelpunkt originelle, teils weitbekannte Leute stehen, wie der dänische Prinz Aage, der im Weissbad Kurferien verbringt; köstliche Episoden rund um die «Hochschule» auf dem St.Anton; die Walzenhauser Hebamme, die mit einem Magnetopathen die Geburtswehen einer Schwangeren an den Vater delegiert.

Immer wieder kommt die Schlagfertigkeit der Appenzellerinnen und Appenzeller zum Zuge. In weiteren Geschichten wie etwa «E Frau us em Internet» und «Moderni Komunikaziostechnik» hingegen wird naiv agiert. Gereimte Texte wie «S Aalter» und «Üsers Bähnli» gehören ebenso zum Inhalt wie der vergessene Liedtext «Appezeller Rundschau», der von Reute bis Schönengrund jeder Gemeinde die Reverenz erweist.

35 Kurzgeschichten entführen in die Welt des Appenzellerlandes: Verblüffendes und Unglaubliches lässt staunen.

Zum Tod von Alfred Vogel (1941–2019)

Alfred Vogel verstarb am 5. Dezember 2019 in seinem 78. Lebensjahr. Geboren wurde er am 13. Dezember 1941. Alfred Vogel war von 2008 bis 2015 Präsident unseres Vereins, der damals den Namen «Verein Schweizerdeutsch» trug. Er wohnte in Marthalen im Kanton Zürich, zuletzt in Rheinau.

Alfred Vogel übernahm das Präsidium des Vereins in einer anspruchsvollen Phase, nachdem sein Vorgänger sein Amt überraschend niedergelegt hatte und die Tätigkeiten des Vereins einige Jahre lang weitgehend ruhten. Er hat die Geschicke des Vereins mit viel Engagement und Fleiss gelenkt und bemühte sich um die schwierige Aufgabe, neue Leute für die Mitarbeit im Vereinsvorstand zu gewinnen. Während seiner Amtszeit gab der Verein die Zeitschrift «SchweizerDeutsch» heraus, welche das Sprachleben der deutschen Schweiz beobachtete und hinterfragte und an der er tatkräftig mitwirkte, unter anderem als Autor, Gegenleser, Korrektor und Verfasser von Kreuzworträtseln.

Gegen Ende seiner Amtszeit hat er Pläne der Spurgruppe für eine Revitalisierung des Vereins neugierig und vorbehaltlos unterstützt und sich im Restvorstand sowie gegenüber der Generalversammlung für die Spurgruppe eingesetzt.

Wir sind ihm dankbar für seinen grossen, umsichtigen, wohlwollenden Einsatz und werden ihn und seine Verdienste in Ehren halten.

Weiteres über Alfred Vogels Tätigkeit im Verein ist nachzulesen in der Zeitschrift «SchweizerDeutsch», Nr. 3/2013.

Traueranzeige in der NZZ.

Generalversammlung 2019 in Langenthal

Die ordentliche Jahresversammlung des mundartforums ‒ die erste unter neuem Namen ‒ findet am Samstag, 16. November ab 10 Uhr in Langenthal statt. Wir treffen uns im «Restaurant Braui – Bierhaus Langenthal» in 4900 Langenthal. Die GV findet im «Wooghüsli» im Innenhof des Restaurants statt. Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen!

>> Zur Anmeldung hier klicken

 

Einladung zur Jahresversammlung 2019 (PDF)

(Ergänzung zum Menü: Im Preis von 28.- für das Menü 2 (Hamburger) ist ebenfalls ein grüner Salat enthalten.)

 

Restaurant Braui – Bierhaus Langenthal

Adresse: Brauihof 12, 4900 Langenthal

https://www.bierhaus-langenthal.ch

Anreise (per ÖV): Man geht in Langenthal vom Bahnhof alles der Bahnhofstrasse entlang bis zum Brauihof, ca. 10 Minuten zu Fuss. Das Gebäude ist gut sichtbar mit „Bierhaus“ angeschrieben. Lageplan: https://map.search.ch/Langenthal,Brauihof-12?pos=626431,229198&z=2048

Parkplätze: Bitte benützen sie die Parkgarage im Braui- Areal.

 

Auskunft Nr. 2019-02: Wie bestellt man auf Zürichdeutsch richtig Schweinefleisch?

Frage: Wie bestellt man eigentlich auf Zürichdeutsch korrekt eine Speise mit Schweinefleisch?

Antwort der Sprachstelle:

Das Schweinefleisch heisst im Züripiet Schwiinis oder, jünger, Schwiinigs, analog etwa zum Schaffleisch, dem wir Schööffis oder Schööffigs (öö mit Accent grave) sagen. Für das Fleisch
von Pferden, Kälbern, Kaninchen, Hühnern, Hunden und Katzen haben wir keine spezielle Bezeichnung, da heisst es einfach: Ross-, Chalb-, Hüener-, Chüngelfläisch etc.

Ich setze mich also in Gedanken in eine bodenständige hiesige Wirtschaft, die Kellnerin kommt und fragt mich, was ich mir wünsche. Dann antworte ich, meine Mundart nicht verleugnend:

Gits bin Ine Schwiinis/Schööffis? (hochdeutsch „Schweinenes“, bei Nestroy sogar Kälbernes!))

Oder: Händ Si Schwiinis/Schööffis?

Oder: Ich ha Gluscht uf Schwiinis, Schööffis.

Oder: Ich ha scho lang nüüt mee Schwiinis/Schööffis ghaa.

Oder: Chum i bin Ine Schwiinis/Schööffis über?

Oder: S tunkt mi, i gsäch in Irer Chaart nüüt Schwiinis/Schööffis.

Oder: Wie wèèrs daa bin Ine mit öppis/echli Schwiinigem/Schööffigem?
(Nicht: Schwiinenem/Schööffenem!)

Soweit die Phraseologie einer Schweinefleischbestellung! Am besten, man
probiert es gleich selber aus!

(beantwortet von Dr. phil. A. Egli)