Willkommen beim mundartforum

Willkommen beim mundartforum!

Das mundartforum ist eine Webplattform für alles, was mit den schweizerdeutschen Dialekten zu tun hat. Es bietet allen interessierten Personen – egal, ob sie sich nun in wissenschaftlichem oder künstlerischem Kontext mit Dialekten beschäftigen oder einfach sonst Freude am Dialekt haben – eine Plattform zur Vernetzung, zum Austausch und zur Zusammenarbeit.

Auf diesen Seiten finden Sie Informationen zum Verein mundartforum (ehemals: Verein Schweizerdeutsch), zu seinen Publikationen und Aktivitäten, eine Agenda mit Veranstaltungshinweisen, Informationen zur Sprachstelle des Vereins und ausserdem zahlreiche Verzeichnisse, Links und weitere Inhalte zum Thema Mundart.

Zur Webplattform kann jede und jeder selbst etwas beitragen: Wir nehmen sehr gerne Veranstaltungshinweise, Ergänzungen zu den Linklisten und Verzeichnissen sowie sonstige Verbesserungsvorschläge entgegen.

Wir wünschen viel Spass beim Stöbern!

Auskunft Nr. 2023-1: Fläschene

Ich frage mich, woher die Endung -ene im Plural bei gewissen Substantiven kommt: Fotene, Firmene, Sytene… Ist das ein (wenn ja, wahrscheinlich aargauisch-solothurnischer) Dialekt, gibt es eine Regel für Wörter, deren Plural auf diese Weise gebildet wird? Heute in einem Onlineseminar gehört: Schuelene, Kopiene. 😉

– Martina

Antwort der Sprachstelle:

In der Tat ist diese –ene-Pluralbildung im Schweizerdeutschen etwas Auffälliges und scheint sich gegenwärtig auszubreiten. Das Phänomen ist in älterer Zeit vor allem im Raum Bern/Freiburg heimisch, kommt aber mittlerweile auch andernorts in der Deutschschweiz vor. Es gibt eine Untersuchung dazu von Frau Prof. D. Nübling, die dieser besonderen Pluralendung in einem Fachaufsatz von 2008 nachspürte. Grundsätzlich ist es so, dass die Anfänge dieser Pluralbildung bereits im Althochdeutschen vorhanden waren, das Phänomen jedoch zunächst sehr marginal war und ursprünglich nur bei ganz wenigen Wörtern vorkam.

Am Anfang standen wohl Wörter des Typs die Breite (basierend auf dem Adjektiv breit), die Höhe (zu hoch) usw., die seit jeher einen Plural auf –ene hatten, also Breitene, Höchene, Tüüffene usw. Offenbar hat man dieses Muster dann als „praktisch“ empfunden und es zunächst auf andere weibliche Substantive übertragen, wie Fläschene, Siitene, Firmene, Chilene, Fotene usw. Das hängt sicherlich auch damit zusammen, dass die normalen Feminina keine explizite Pluralendung mehr hatten; es hiess also zum Beispiel Sg. Siite = Pl. Siite, was etwas ungünstig war. Um den Plural deutlicher zu markieren, hat man sich also bei einem anderen Worttyp „bedient“ und die Endung –ene eingeführt.

Zweitens hat der Typ Königin (also weibliches Pendant zu König), Plural Königinnen, analog dazu Lehrerinnen, Müllerinnen usw. vielleicht einen Einfluss gehabt und ist möglicherweise mit dem obengenannten Typ teilweise verschmolzen.

Literatur:

Nübling, Damaris (2008): „Was tun mit Flexionsklassen? Deklinationsklassen und ihr Wandel im Deutschen und seinen Dialekten“. In: Zeitschrift für Dialektologie und Linguistik 75/3, 282–330 (bes. S. 317f.).

 

 

(L. Thöny, für die Sprachstelle des Vereins Mundartforum)

Ältere Mitteilungsblätter des Vereins neu auf E-Periodica

In Zusammenarbeit mit dem DigiCenter der ETH-Bibliothek haben wir die älteren Mitteilungsblätter unseres Vereins digitalisiert. Diese finden sich neu auf der Plattform E-Periodica aufgeschaltet.

Die Mitteilungsblätter erschienen zu verschiedenen Zeiten in verschiedenen Frequenzen und Formaten und auch der Name hat sich mehrmals geändert.

Folgende drei Serien sind neu auf E-Periodica digital zugänglich.

Als Vorläufer dieser Mitteilungsblätter erschienen einzelne Beiträge in der Zeitschrift „Heimatschutz“. Diese Zeitschrift ist ebenfalls bei E-Periodica digital zugänglich. Ein Beispiel ist der Beitrag „Der Wortschatz der Mundart – ein Stück Heimatschutz“ von Rudolf Trüb aus dem Jahr 1961.

Fotos und Medienberichte von der Einweihung des Mundartliteratur-Archivs

Am Samstag, 18. Juni 2022, fand im Altwyberhüsli die Einweihung des Mundartliteratur-Archivs statt. Zwischen 10 Uhr und 17 Uhr fanden sich trotz grosser Hitze zahlreiche BesucherInnen zum Tag der offenen Tür ein. Höhepunkt war die (zweimal durchgeführte) Lesung unseres Gastes Ernst Burren.




Weitere Bilder in unserer Bildergalerie.

Medienberichte

SRF – Kultur kompakt vom 5.7.2022 (ab 00:24:39)

SRF – Archiv für Dialektliteratur – Solothurn soll zum Mundart-Mekka werden (5.7.2022)

SRF – Regionaljournal Aargau Solothurn vom 22.5.2022 (ab 16:20)

Solothurner Zeitung – Autor Ernst Burren liest zur Eröffnung: «Unsere Mundart verändert sich, bleibt aber eine lebendige Sprache» (19.6.2022)

Radio32 – Bericht vom 17. Juni 2022 (online nicht zugänglich)

Einweihung des Mundartliteratur-Archivs am Sa., 18. Juni 2022

Am Samstag, 18. Juni 2022, begrüssen wir alle Interessierten ganz herzlich zur Einweihung des Mundartliteratur-Archivs im Altwyberhüsli in Solothurn.

Tag der offenen Tür zwischen 10-17 Uhr. Man kann das Archiv selbständig besichtigen und in den Büchern stöbern. Am Nachmittag findet um 15 Uhr eine Präsentation zum Werk «Sprachatlas der deutschen Schweiz» sowie um 14 Uhr und um 16 Uhr eine Lesung des bekannten Mundartautors Ernst Burren statt. Es gibt Kaffee und einen Büchertisch.

Adresse des Archivs: Untere Steingrubenstrasse 39, 4500 Solothurn. Lageplan. Nächste Bushaltestelle: «Solothurn, Bergstrasse» (Bus 4 ab Solothurn Bahnhof, Kante C).

Download Flyer Archiveinweihung 18.6.2022 (PDF)

Medienmitteilung: Einweihung des Mundartliteratur-Archivs

Medienmitteilung als PDF herunterladen

(Medienmitteilung, 20.5.2022)

Am Samstag, 18. Juni 2022, wird in Solothurn das Mundartliteratur-Archiv eingeweiht. Das Archiv umfasst über 2200 Bücher zum Schweizerdeutschen und wird vom Verein Mundartforum betreut.

Im «Altwyberhüsli» in Solothurn hat das Mundartliteratur-Archiv ein neues Zuhause gefunden. Am Samstag, 18. Juni 2022, findet die Einweihung des Archivs am neuen Standort statt.

Das Mundartliteratur-Archiv enthält über 2200 Bücher und Tonträger zum Schweizerdeutschen. Neben «Klassikern» wie z.B. Schriften Rudolf von Tavels oder Simon Gfellers sind auch viele Werke von weniger bekannten Mundartautorinnen und -autoren aus den verschiedensten Ecken der Deutschschweiz enthalten. Das Archiv umfasst auch sprachwissenschaftliche (dialektologische) Werke wie Wörterbücher und Grammatiken zum Schweizerdeutschen. Die unseres Wissens in dieser Form einmalige Sammlung wächst laufend weiter, vor allem durch Schenkungen von Vereinsmitgliedern oder von anderen dem Verein zugewandten Personen. Mit der Sammlung und Katalogisierung dieser Titel leistet das Mundartforum einen Beitrag zur Erhaltung des immateriellen Kulturguts der Schweiz.

Nach dem Bezug der neuen Räumlichkeiten in Solothurn im Jahr 2020 konnten diese dank einer finanziellen Unterstützung durch die Ernst-Göhner-Stiftung leicht renoviert und für die Nutzung als Archiv eingerichtet werden. Der neue Standort erlaubt künftig eine attraktive Präsentation der Bücher, eine vermehrte Nutzung durch interessierte Privatpersonen und Forschende und macht auch kleinere öffentliche Anlässe wie Lesungen möglich.

Am 18. Juni 2022 findet zwischen 10-17 Uhr ein Tag der offenen Tür statt, zu dem alle Interessierten herzlich eingeladen sind. Man kann das Archiv selbständig besichtigen und in den Büchern stöbern. Am Nachmittag finden eine Präsentation zum Werk «Sprachatlas der deutschen Schweiz» sowie eine Lesung des bekannten Mundartautors Ernst Burren statt (zweimalige Durchführung).

Zur Finanzierung des Einweihungsanlasses läuft derzeit unter https://www.lokalhelden.ch/mundartliteratur-archiv eine Crowdfunding-Kampagne. In einem ca. 4-minütigen Video erklären Mitglieder des Vereins, was es mit diesem Archiv auf sich hat und wofür das Geld benötigt wird.

Das Archiv gehört dem Verein Mundartforum, bis 2018 bekannt unter dem Namen «Verein Schweizerdeutsch». Das Mundartforum ist ein Verein mit dem Zweck, die Kenntnis, die Pflege, das Ansehen und den Gebrauch der schweizerdeutschen Dialekte zu fördern und gleichgesinnte regionale Organisationen und Institutionen zu vernetzen. Er will sensibilisieren für die Vielfalt und Farbigkeit der Deutschschweizer Dialekte. Anliegen sind ihm auch eine sinnvolle Aufgabenteilung zwischen Hochsprache und Dialekten sowie die Beobachtung von deren Entwicklung. Um diese Ziele zu erreichen, betreibt der Verein die Webplattform mundartforum.ch, betreut das Mundartliteratur-Archiv, unterhält eine Sprachstelle als Auskunfts- und Beratungsdienst für Dialektfragen, organisiert Mundartanlässe, arbeitet mit anderen kulturell, sprach- und bildungspolitisch ausgerichteten Institutionen zusammen und gibt ein Mitteilungsblatt sowie eine eigene Buchreihe zum Schweizerdeutschen heraus.

Website:
https://mundartforum.ch

Social Media:
https://www.facebook.com/mundartforum
https://twitter.com/mundartforum/
https://www.instagram.com/mundartforum.ch/

Crowdfunding:
https://www.lokalhelden.ch/mundartliteratur-archiv

Flyer:
Download Flyer Archiveinweihung 18.6.2022

Adresse des Archivs:
Untere Steingrubenstrasse 39, 4500 Solothurn. Lageplan.

Kontakt:
Luzius Thöny (Präsident Mundartforum)
Ahornweg 1a
3012 Bern

Tel. 044 501 57 69
Mob. 079 779 40 86
lucius.antonius@gmail.com

Vorankündigung: Einweihung des Mundartliteratur-Archivs am 18. Juni 2022

Die Arbeiten im Zusammenhang mit der Einrichtung unseres Archivs am neuen Standort im Altwyberhüsli in Solothurn schreiten voran. Die Umbauarbeiten sind erfolgt und die Bücher sind nun alle ausgepackt und auf den Regalen verteilt.

Wir planen die Einweihung des neuen Archivstandorts für den Samstag, 18. Juni 2022. Die Einweihung wird als „Tag der offenen Tür“ durchgeführt, zu dem alle herzlich eingeladen sind!

Ein genaueres Programm folgt. Merken Sie sich also schon einmal das Datum vor.

Gesucht: Studentische Hilfskraft für Archivarbeiten

Wir suchen eine studentische Hilfskraft, die uns bei der Katalogisierung von Neuzugängen im Archiv unterstützt (ca. 30 Arbeitsstunden).

Der Arbeitsort ist Solothurn. Die Arbeit ist im Zeitraum April/Mai 2022 zu erledigen. Die Arbeitstage können grösstenteils selber gewählt werden.

Weitere Informationen in der Ausschreibung: Ausschreibung_Archiv.pdf [Update: Die Stelle ist bereits vergeben!]

 

Glarner Mundartwörterbuch auf gutem Weg

Bei der Südostschweiz gibt es online einen Bericht über das Glarner Mundartwörterbuch zu sehen.

Das Projekt «Glarner Mundartwörterbuch» ist auf gutem Weg. Die Verantwortlichen luden zu einer Lesung mit Glarner Dialekt-Texten ein und informierten dabei über den Zwischenstand ihrer Arbeit. Das Nachschlagewerk mit Glarner Mundartwörtern wird mit Unterstützung von Sprachwissenschaftlern erarbeitet und soll Ende 2023 erscheinen.

Weitere Informationen zum Projekt: https://www.vglmwb.ch/

Mitgliederversammlung 2021 in Stans

Am Samstag, 20. Nov. 2021, findet unsere jährliche Mitgliederversammlung statt. Wir sind zu Gast beim Antiquariat von Matt in Stans, einem der grössten und traditionsreichsten Buchantiquariate der Schweiz (seit 1836). Neben dem geschäftlichen Teil der Versammlung, der im Kulturraum des Antiquariats stattfinden wird, erwartet uns ein interessantes Kulturprogramm samt einer Dorfführung. Gäste sind herzlich willkommen!

Weitere Infos und Anmeldung (bis 10. Nov.) unter: https://mundartforum.ch/gv2021/