Kategorie «Allgemein»

Schweizer Dialektsammlung – Jeder kann mitmachen!

Unter dialektsammlung.ch kann man die Forschung zum Schweizerdeutschen unterstützen. Dialektsprechende sind aufgefordert, hochdeutsche Sätze in die Mundart zu übersetzen und aufzunehmen. Zudem kann man Aufnahmen von anderen Teilnehmenden überprüfen.

Die Daten werden dann für die Forschung im Bereich der Sprachtechnologie verwendet. Zu den Anwendungszielen gehören unter anderem Sprachassistenten, die Schweizerdeutsch können, sowie automatische Untertitel von Medienbeiträgen.

Schon mit drei Minuten können Sie einen wertvollen Beitrag leisten!

Auskunft Nr. 2021-2: Bedeutung von Umues

Von älteren Verwandten kenne ich das Wort Umues in der Bedeutung ‚Ärger, Problem, Schwierigkeit‘: das isch es Umues gsi geschter o.ä. Das Wort ist erstbetont (Úmues); U- steht wohl für hochdeutsch un-.

H. B. aus Winterthur

Antwort der Sprachstelle:

Dieses Wort gibt es tatsächlich im Schweizerdeutschen und es ist im Idiotikon zu finden unter Unmues(s) (Band 4, Spalte 497f.). Das Wort scheint in älterer Zeit im Schweizerdeutschen verbreitet gewesen zu sein und lässt sich unter anderem für die Kantone Bern, Basel, Graubünden, Zürich, Luzern, St. Gallen und Appenzell belegen. Es kommt in verschiedenen Lautvarianten vor: Umues(s), Oonues, Unnemuess (letzeres in Basel). Als Bedeutung gibt das Idiotikon an: „1. Mangel an Musse, infolge Überhäufung mit anderen Geschäften, 2. Geschäfte, Mühe, Plage“.

Das Wort existierte übrigens schon im Mittelhochdeutschen und lautete dort unmuoze f. „Unruhe, Mangel an Zeit, Geschäftigkeit“.

(Dr. phil. Luzius Thöny)

Abstimmungsresultate 2020

Aufgrund der Coronavirus-Pandemie und der damit verbundenen Planungsunsicherheit hat der Vorstand des Vereins «mundartforum» beschlossen, im Jahr 2020 auf die Durchführung der jährlichen Mitgliederversammlung zu verzichten. Stattdessen wurden die einzigen statuarisch erforderlichen Geschäfte des Vereins in diesem Jahr, nämlich die Bestätigungswahl des Vorstandsmitglieds Sandro Bachmann und die Abstimmung zur Kassenrechnung 2020, in einer brieflichen Abstimmung abgewickelt.

Sowohl die Bestätigungswahl als auch die Abstimmung zur Kassenrechnung wurden von den Vereinsmitgliedern, die an der brieflichen Abstimmung teilgenommen haben, einstimmig angenommen. Die Abstimmungsresultate sind im hier verlinkten Dokument schriftlich festgehalten.

Längwiligi Zitte

Folgendes Mundart-Gedicht von Lina Wisler-Beck entstand 1920, als in der Schweiz die Maul- und Klauenseuche grassierte. Dem einen oder der anderen mag das Gedicht auch in der heutigen Situation aus dem Herzen sprechen.

(Lina Wisler-Beck, 22. Juni 1920)

Niene isch Chilbi u niene isch Tanz
deheime ums Hus um versuret me ganz.
I ha mer scho mängisch der Chopf fasch verheit
was ächt no wär z’mache, dass Zyt umegeit.

Wär gwanet isch z’gumpe und z’tanze, o je
däm düe halt die Süche-Verordnige weh.
E jede muess säge, churzwiligs isch’s nit
No bsunders für ledigi, lustigi Lüt.

Grad äbe der Sunndig wird eim eso läng
s’Furtgoh isch verbote, u nämlech no sträng,
Gsiech eim deno öpper, o weisch de häts gfählt
do müesst me schwär buesse – u-ni ha kes Gäld!

Drum blieb i doheime. I schicke mi dry
u hoffe dä Jammer gang öppe verby.
I bi ja nid einzig, s’trifft anderi o,
s’isch ume es gwane, – Mi zahmet de scho!

Lina Wisler-Beck stammte aus dem Emmental und lebte später in Obergerlafingen im Kanton Solothurn. Sie dichtete zahlreiche Mundart-Gedichte, von denen einige anonym bzw. nur mit den Initialen L.B. versehen im Emmentaler Blatt, in der Rubrik „Emmentaler Joggeli“, abgedruckt wurden (Quelle: Interview in der Mundartecke, Radio DRS 1, 18.12.1988).

Korrektur 18.1.2021: Das Gedicht steht nicht mit der Spanischen Grippe im Zusammenhang, sondern mit der Maul- und Klauenseuche.

Generalversammlung 2019 in Langenthal

Die ordentliche Jahresversammlung des mundartforums ‒ die erste unter neuem Namen ‒ findet am Samstag, 16. November ab 10 Uhr in Langenthal statt. Wir treffen uns im «Restaurant Braui – Bierhaus Langenthal» in 4900 Langenthal. Die GV findet im «Wooghüsli» im Innenhof des Restaurants statt. Mitglieder und Gäste sind herzlich willkommen!

>> Zur Anmeldung hier klicken

 

Einladung zur Jahresversammlung 2019 (PDF)

(Ergänzung zum Menü: Im Preis von 28.- für das Menü 2 (Hamburger) ist ebenfalls ein grüner Salat enthalten.)

 

Restaurant Braui – Bierhaus Langenthal

Adresse: Brauihof 12, 4900 Langenthal

https://www.bierhaus-langenthal.ch

Anreise (per ÖV): Man geht in Langenthal vom Bahnhof alles der Bahnhofstrasse entlang bis zum Brauihof, ca. 10 Minuten zu Fuss. Das Gebäude ist gut sichtbar mit „Bierhaus“ angeschrieben. Lageplan: https://map.search.ch/Langenthal,Brauihof-12?pos=626431,229198&z=2048

Parkplätze: Bitte benützen sie die Parkgarage im Braui- Areal.

 

Sproochschatz! – Das Sprachförderprojekt für die Kinder von Basel ist erschienen

Mit einem abwechslungsreichen und kurzweiligen Anlass im Grossratssaal des Basler Rathauses wurde am 28. August 2019 das Erscheinen des „Sproochschatzes“ gefeiert, ein Sprachförderprojekt für Kinder im Kindergarten- und Primarschulalter. Der „Sproochschatz!“ besteht aus einem bunt illustrierten Buch sowie einer CD mit Liedern im baseldeutschen Dialekt. Dazu ist eine Schatzkiste mit Puppen und Figuren der Geschichte sowie einem Kartenspiel erhältlich.

Der Verlag schreibt dazu:

Spielerisch die Baseldeutsche Mundart entdecken

CD mit 18 neuen Basler Liedern

Mit Texten und Liedern von Michael Luisier und Zeichnungen von Nicolas d’Aujourd’hui

In einem Spiel mit Geschichten und Liedern, Sprüchen und Versen lernt Lea auf einem Spaziergang mit ihrem Grossvater Edgar und dem Papagei Rico nicht nur die Stadt, sondern auch deren Dialekt neu kennen. Sie erlebt unterwegs fantastische Abenteuer mit den Tieren, die sich in der Stadt an verschiedenen Orten finden lassen. Dabei entdeckt sie die Freude an der Sprache, die sie von nun an hegt und pflegt, als sei sie ein wertvoller Schatz, den es ständig zu vergrössern gilt.

Das Bilder- und Liederbuch Sproochschatz beinhaltet eine spannende Geschichte, illustriert mit zahlreichen Bildern, und eine CD mit Liedern zum Mitsingen.

Das Projekt entstand auf Initiative der Basler IG Dialekt, einer mit dem Mundartforum assozierten Gruppierung, die sich für den Basler Dialekt einsetzt, unter federführender Leitung von dessen Co-Präsidenten Felix Rudolf von Rohr. Erschienen ist das Buch im Christoph Merian Verlag, Basel. Es wurde von verschiedenen Stiftungen finanziert.

Schweizerdeutsch 1930/2020 – Ein Blick in die sprachliche Vergangenheit der Schweiz

Forscher der Uni Zürich und der ETH Zürich haben ein gemeinsames Citizen-Science-Projekt zum Schweizerdeutschen lanciert. Die Web-Version des Angebots ist nun online: https://wenker.citizenscience.ch/

Die Projektverantwortlichen schreiben dazu:

In den 1930er Jahren haben Lehrer und Schüler in der Schweiz in ca. 70’000 Sätzen auf insgesamt rund 1700 Fragebögen das Schweizerdeutsche schriftlich festgehalten. Heute können alle an Dialekten interessierten Personen mithelfen, diesen linguistischen Schatz zu erforschen:


Variante 1) Wenn Sie etwas über das Schweizerdeutsche vor beinahe hundert Jahren erfahren wollen, machen Sie mit beim Transkribieren

Variante 2) Wenn Sie selbst Schweizerdeutsch sprechen, übersetzen Sie die Sätze in Ihre heutige Alltagssprache

Natürlich können Sie auch beides kombinieren. Egal in welcher Form Sie sich beteiligen, helfen Sie Forschenden zu verstehen, wie sich das Schweizerdeutsche in den letzten 100 Jahren verändert hat

Mehr Informationen zum Mitmachen finden Sie unter https://wenker.citizenscience.ch/ und https://www.youtube.com/channel/UCWkChwiqiX3jIC7oebyRyAw?view_as=subscriber .

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Glarnertüütsch-Kolumnen, verfasst von der Academia Glaronensis, und «Bettmümpfeli»

Am Samstag, 10. November ist die erste Glarnertüütsch-Kolumne der Academia Glaronensis erschienen («Südostschweiz/Glarus»), die deren Aktive jetzt im Turnus schreiben werden. Sie führen damit die Kolumne des verstorbenen Hans Rhyner-Freitag weiter.

Auf der gleichen Zeitungsseite ist auch die Buchbesprechung für ein neues Bilderbuch in Glarner Mundart abgedruckt, die ebenfalls unter Mitwirkung der Academia Glaronensis enstanden ist. Es trägt den Namen «Bettmümpfeli», Guetnachtgschichtli vum Megerlimuggi uf Glarnertüütsch. Weitere Informationen unter http://www.pekkele.ch/

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