Vorstand

Der Vorstand des Vereins Schweizerdeutsch besteht aktuell aus folgenden Personen (Stand nach Wahlen an der GV 2017) :

Luzius Thöny (Präsident und Webmaster), Dr. phil., Germanist
Sandro Bachmann, MA, Germanist/Doktorand
Anne-Regula Keller, Journalistin BR im Unruhestand
Martina Heer (Vizepräsidentin), MA, Germanistin/Doktorandin
Lisa Dermond (Kasse), MA, Germanistin
Rolf Landolt, dipl. geogr.
Daniela Widmer, Studentin

 


 

Anne-Regula Keller

Über mich

Bereits in drei unterschiedlichen Dialekten aufgewachsen und früh durch die Eltern sowie dann den Deutschlehrer sensibilisiert, vertiefte ich mich während meiner Studienzeit an der Uni Zürich neben der Volkskunde besonders in die Dialektologie.

Später erschlossen sich mir die faszinierenden Unterschiede innerhalb des Schweizerdeutschen während langen Lebensphasen in drei unterschiedlichen Landesregionen, zum Teil an Schnittstellen zu weiteren Dialekten. So blieb meine Begeisterung für den sprachlichen Reichtum in der Deutschschweiz und seine kulturellen Anwendungen am Kochen, obwohl für mich als Journalistin die Standardsprache mein Werkzeug war.

Mit meinem Engagement für eine möglichst umfassende Webplattform für alle Bereiche, die mit Mundart zu tun haben, hoffe ich, auch andere begeistern zu können für die lebendige, vielfältige Sprachkultur der (Deutsch-)Schweiz.

 

Lisa Dermond

Mundart ist vor allem direkt, unverfälscht, intuitiv… einfach Mensch wie er leibt und lebt. Darum pulsiert Mundart auch direkt am Herzen der Zeit, wird jede Sekunde neu erfunden, und obwohl Mundart so individuell wie jede/r einzelne von uns ist, verbindet sie zugleich. Auch wenn ich ein Mischmasch aus Toggenburger, Zürcher und einem Hauch Süddeutscher Mundart spreche, hat mich noch jeder verstanden. Meiner Begeisterung folge ich nicht nur im Studium, sondern auch auf dem mundartforum, wo mir insbesondere Mundartkünstler am Herzen liegen. Es liegt so viel künstlerisches und intellektuelles Potential in diesem Bereich; also liebe mundArtler: Schreibt, singt und dichtet in allen Farben eurer Mundart!

 

 

Daniela Widmer

Die Mundart ist für mich ein Stückchen Heimat. Immer, wenn wir Schweizerdeutsch reden, verraten wir unserem Gegenüber, wo wir aufgewachsen und wer oder was unseren Dialekt geprägt hat. Ich persönlich bin im Aargau aufgewachsen, allerdings mit Zürcher Eltern. Das heisst, ich habe bis zum Eintritt in den Kindergarten nur gezürchert und ab der Einschulung begonnen, zu aargauern. Mittlerweile lebe ich schon eine Weile wieder in Zürich und man hört fast nichts mehr von meinem Aargauerdialekt. Nur ab und zu rutsch mir ein „ned“, ein „ech“ oder ein „zwoi“ use.

Sprachen und besonders Dialekte faszinieren mich schon seit frühster Kindheit. Ich finde es sehr schön, wenn Menschen mit dieser Materie grössere und kleinere Kunstwerke schaffen, sei das Literatur, Theater, Poetry Slam, Musik oder andere tolle Sachen. Darum setze ich mich im mundartforum dafür ein, dass alle, die etwas mit Dialekten zu tun haben oder sich dafür interessieren, informiert und vernetzt werden. Ausserdem wollen wir neuen, sowie erfahrenen Künstlern in diesem Bereich eine Plattform bieten. Ich hoffe, Sie finden unsere Website genauso spannend und nützlich, wie ich!

 

Sandro Bachmann

Bereits in der Primarschule habe ich mich im Laden manchmal gefragt, warum denn eigentlich „Guetzli“ auf der Packung steht und nicht „Biscuit“. Es war mir schleierhaft, wie es zu dieser seltsamen Bezeichnung kam. Wer um Himmels willen würde schon „Guetzli“ sagen? Etwas später erfuhr ich dann, dass viel mehr Leute in der Schweiz „Guetzli“ sagen als „Bisgui“. Und das ist das Faszinierende am Dialekt: Dialekt ist vielfältig und durchdringt (mindestens in der Schweiz) alle Lebenslagen. Doch Dialekt ist für mich nicht nur Heimat, Dialekt ist auch ein interessantes Forschungsterrain. Als Sprachwissenschaftler fasziniert mich nicht nur der außerordentliche Facettenreichtum auf solch kleinem Raum wie der Schweiz, sondern auch, wie es auf der anderen Seite der Grenze weitergeht, und zwar auf der geografischen sowie auf der zeitlichen Ebene. Die Grammatik des Schweizerdeutschen (und von Dialekten allgemein) ist eine Fundgrube für jeden Linguisten. Dialekte sind im Gegensatz zu Standardsprachen viel natürlicher, viel dynamischer. Sie sind wie „Guetzli“, man muss sie sich auf der Zunge zergehen lassen.

 

Martina Heer

Als ich mit sechs Jahren von der Innerschweiz in die Ostschweiz umzog und die Kinder um mich herum nun auf der Giireizlä und nicht mehr auf dem Riitiseili schaukelten und niemand mehr wusste was ein Tröpsli ist, jedoch alle von Zältli sprachen, da war mir klar, dass ich mich neben der neuen geografischen Umgebung auch in einer neuen Dialektlandschaft befand. Mein Interesse an den unterschiedlichen Dialekten in der Schweiz wurde damals geweckt und die Freude an der Dialektvielfalt begleitet mich bis heute – nicht nur durch meine Beschäftigung mit Familien-, Flur- und Siedlungsnamen, sondern auch durch die Lektüre von Mundartliteratur.

 

 

Webmaster: Luzius Thöny